Politischer Aschermittwoch des SPD-Ortsvereins Puderbach

Ehrung der langjährigen SPD-Mitglieder (v.l.n.r.): Wolfgang Müller (50 Jahre), Sven Lefkowitz (des. Landtagsabgeordneter), Thomas Eckart (Vorsitzender SPD- Ortsverein Puderbach), Volker Mendel (Bürgermeister VG Puderbach), Ute Starrmann, Ulrich Schuh (40 Jahre), Wolfgang Kunz (ehemaliger Bürgermeister VG Puderbach und Mitglied des Kreistages, 40 Jahre), Rainer Kaul (Landrat a.D., 50 Jahre), Michael Mahlert (1. Beigeordneter Kreis Neuwied)

 

 

Harschbach. Am Mittwoch, dem 6. März 2019, fand das traditionelle Aschermittwoch-Heringsessen des SPD-Ortsvereins Puderbach im Dorfgemeinschaftshaus der Ortsgemeinde Harschbach statt.

Thomas Eckart, Vorsitzender des Ortsvereins, verwies in seiner Begrüßungsrede darauf, dass die SPD in den Beitrittjahren der zu ehrenden Mitglieder sowie in diesem Jahr politische Verantwortung übernehme und übernommen habe. Ab 1969 habe man mit Willy Brandt, in einer sozialliberalen Koalition, den ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler gestellt und wichtige gesellschaftliche Reformen eingeleitet, von denen die Menschen noch heute profitieren würden. 1979 habe der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, mit seiner ebenfalls sozialliberalen Koalition, die Geschicke des Landes gesteuert und die progressive Politik seines Vorgängers fortgeführt. Im Jahr 2019 übernehme die SPD ebenfalls politische Verantwortung - heute in einer Großen Koalition mit der Union.

Im Mittelpunkt des traditionellen Heringsessens standen die Ehrungen langjähriger Parteimitglieder. Sven Lefkowitz, Volker Mendel und Thomas Eckart ehrten den ehemaligen Landrat Rainer Kaul und Wolfgang Müller zu ihren je 50-jährigen SPD-Parteimitgliedschaften. Wolfgang Kunz, ehemaliger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Puderbach, und Ulrich Schuh sind vor 40 Jahren der SPD beigetreten. Ihnen wurde ebenfalls für ihre langen Parteimitgliedschaften gedankt.

 

Volker Mendel ehrte den langjährigen Landrat Rainer Kaul für seine 50-jährige Parteimitgliedschaft

 

Neben den langjährigen Parteimitgliedern wurde auch Ute Starrmann für ihre Verdienste gedankt. Sie war lange Jahre im Gemeinderat in Raubach, im Verbandsgemeinderat in Puderbach und im Kreistag in Neuwied aktiv. Sie war stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Kreis Neuwied und zusammen mit Helga Wagner Ansprechpartnerin der ASF in der Verbandsgemeinde Puderbach. Außerdem hat sie sich als Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Puderbach für die Gleichstellung von Frauen und Männern eingesetzt und stark gemacht. Lange Jahre hat sie im Ortsvereinsvorstand der SPD Puderbach und im Kreisvorstand der SPD Neuwied für die Ziele der Sozialdemokratie gekämpft. Seit ein paar Jahren ist sie zudem Hauptausrichterin des Café-International im Diakonie-Treff in Puderbach, bei dem ein Ort der Begegnung zwischen Flüchtlingen und Einheimischen geschaffen wurde.

Bis auf die politische Arbeit in ihrem Heimatort Raubach, als Gleichstellungsbeauftragte der VG Puderbach und Hauptausrichterin des Café-International wird sie sich nach dem 26. Mai aus der Politik verabschieden. Ute Starrmanns Ausscheiden hinterlässt eine große Lücke. Diese Lücke zu füllen, ist eine große Aufgabe für die Frauen im SPD-Ortsverein.

 

Thomas Eckart überreichte Ute Starrmann einen Blumenstrauß

 

Neben Volker Mendel (Bürgermeister der VG Puderbach) schlossen sich auch Michael Mahlert (1. Kreisbeigeordneter des Landkreises Neuwied) und Sven Lefkowitz (designierter Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Neuwied-Dierdorf-Puderbach) dem Heringsessen an.

Sven Lefkowitz betonte den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Wann auch immer etwas unter den Nägeln brenne, nehme er die Anliegen der Menschen gerne mit nach Mainz, um sich dort ab Juni für die Bürgerinnen und Bürger des Wahlkreises stark zu machen. Als gelernter Altenpfleger kennt er die Probleme in der Altenpflege und der ärztlichen Versorgung hier auf dem Land nur zu gut und möchte in Mainz in diesen Politikfeldern für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung kämpfen. Aktuell ist er der Leiter der Senioren-Residenz in Linz. Treffen, wie das Heringsessen in Harschbach, möchte er nutzen, um sich bei den Parteigenossinnen- und genossen in den Verbandsgemeinden Dierdorf und Puderbach bekannter zu machen und Vertrauen aufzubauen.

Der 1. Beigeordnete im Kreis Neuwied, Michael Mahlert, zog nach einem Jahr im Amt eine kleine Bilanz und ging dabei auf die Ausstattung der Schulen mit moderner Informationstechnologie ein. Er warnte vor einer Überschätzung des „Digitalpaktes“, denn von den 5 Milliarden Euro käme sehr wenig bei den einzelnen Schulen im Kreis an. Trotzdem werde der Kreis alles unternehmen, um zu einer besseren Ausstattung für die Schülerinnen und Schüler zu kommen. Dazu gehöre aber auch eine entsprechende Ausbildung der Lehrkräfte, denn die Technik allein tue es nicht.

Verbandsgemeindebürgermeister Volker Mendel konnte bis auf einen Punkt, nämlich den Fortgang der Sanierung des Puderbacher Hallenbades, nur Positives aus der Verbandsgemeinde berichten, sei es der Einsatz der First Responder oder das positive Echo auf den Bürgerfahrdienst. Umso mehr ärgere er sich, dass mit dauernden Verzögerungsstrategien des Prozessgegners die Sanierung des Hallenbades nicht weiterkäme. Ebenfalls wie Sven Lefkowitz griff er die gesundheitliche Versorgung auf dem Land auf. Bei diesem Thema müsse sich die Politik dringend Gedanken machen, um die gesundheitliche Versorgung auf dem Land weiterhin gewährleisten zu können. Alte Medizinerinnen und Mediziner gingen in den Ruhestand und junge Nachfolger seien schwer zu finden. Hierzu müsse die Attraktivität für junge Ärztinnen und Ärzte, auf dem Land zu arbeiten, deutlich gesteigert werden. Auch die fehlenden Pflegekräfte wurden beklagt. Volker Mendel hob außerdem die Wichtigkeit des Wahljahres 2019 hervor. Im Wahlkampf der Europawahl sowie der Kommunalwahl müsse die SPD deutlich ihre Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität hervorheben. Die SPD könne stolz darauf sein, dass sie für diese Werte schon seit 156 Jahren kämpft. Eine rechtspopulistische Partei könne nicht von sich behaupten, diese Grundwerte zu vertreten.

Weitere politische Gäste waren Horst Rasbach (Bürgermeister der VG Dierdorf), Cécile Kroppach (Ortsvereinsvorsitzende der SPD Dierdorf) sowie Holger Kern (Stadtbürgermeisterkandidat der SPD Dierdorf).

In seinem Schlusswort wies der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Eckart, ebenso wie VG-Bürgermeister Volker Mendel, noch einmal auf die Bedeutung der Kommunal- und Europawahlen hin und lud schon zum nächsten Heringsessen am Aschermittwoch 2020 ein.

 

(Veröffentlicht am 13.03.2019)